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Mein Leben mit Facebook



„Die Handynummer verliert an Bedeutung – wichtig ist nur, dass man bei Facebook ist.“

Mein Vater ist sehr altmodisch: Er nutzt die Dinge, wofür sie ursprünglich gedacht waren. Ein Fernseher zum Fernsehen – deshalb genügt ein Röhrengerät. Ein Auto zum Fahren – deshalb genügt ein Kleinwagen. Ein Handy zum Telefonieren. Weshalb dann ein iPhone? Weil er musste! Denn das iPhone 3GS sollte als Firmenhandy eingesetzt werden.

Eine iPhone-Generation später war auch ich im Besitz eines solchen Geräts. Weshalb? Ich hatte den ersten Aushilfsjob in der Tasche und mittlerweile das Geld dazu. Und: Weil das iPhone Trend ist. Was meine Absichten waren? Schneller Zugriff auf mein E-Mail-Konto? Permanenter Internetzugriff? Fehlanzeige! Eigentlich hatte ich keine bestimmten Absichten.

Ich tappte nach und nach durch die neuen Welten des iPhones. Soziale Netzwerke, die ich jetzt viel intensiver nutzen konnte, wurden Hauptbestandteil meines App-Archivs. Freunden und Bekannten ging und geht es ähnlich. In sozialen Netzwerken, wie meinVZ und Facebook, finde ich heute Leute wieder, von denen ich mir nie erträumt hätte, noch einmal etwas zu hören. So las ich vor einigen Wochen: „Svea K. hat Sie als Freundin hinzugefügt“. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass Svea K. das Mädchen ist, das ich im Sommerurlaub vor fünf Jahren kennengelernt habe – und das als 14-Jährige den Mallorca-Urlaub mit Eltern genauso spießig fand wie ich. Aus reiner Neugier suchte ich dann meinen Vater bei Facebook – Treffer!

Ein Handy also nur zum Telefonieren? Ein Bekannter hatte anscheinend Recht, als er neulich zu mir sagte, dass die Handynummer an Bedeutung verliert. Wichtig sei lediglich, dass man bei Facebook ist – denn über Facebook findet man mittlerweile jeden.

Ann-Kathrin Schmalacker,
Meuter und Team GmbH, Assistenz Beratung





„Zwischen Facebook-Junkies fühle ich mich wie auf einer unbewohnten Insel“

Like or don’t like – das ist hier die Frage. Zwischen meinen Bekannten komme ich mir manchmal vor wie auf einer unbewohnten Insel. Denn im Kreise der Facebook-Junkies und StudiVZ-Anhänger falle ich direkt unangenehm auf, wenn man mich fragt, in welchen Communities ich mich so tummele. Wenn klar wird, dass man mich nicht zu irgendeiner Freundesliste hinzufügen kann, ernte ich meist nur ungläubiges Blinzeln. Dabei ist es nicht so, dass ich keine Freunde hätte. Ich kommuniziere ja! Nur lieber anders – nicht so öffentlich.

Als werbebefasster Mensch wäre ich eigentlich prädestiniert, um auf der Facebook- und Social-Media-Welle mitzuschwimmen. Aber da ich aus beruflichen Gründen schon den ganzen Tag vor dem Rechner sitze, lobe ich mir nach Feierabend ein entspanntes Telefongespräch auf der Couch. Ich bin auch so erreichbar – vorausgesetzt natürlich, ich möchte, dass man mich erreicht. Nicht jeder hat meine Telefonnummer oder Mail-Adresse. Diejenigen aber, die meine Kontaktdaten haben, können mich quasi rund um die Uhr erreichen. Das muss genügen, mehr Stunden hat der Tag ja auch nicht.

Ich kann meinen Freunden auf unterschiedlichste Arten ein „Like“ zukommen lassen: persönlich ins Gesicht, per Telefon und Handy, per SMS oder Mail. Und manchmal – ich traue mich gar nicht, es laut auszusprechen – sogar handschriftlich auf einem ... ... Blatt Papier! So, jetzt ist es raus.

Es gibt so viele Möglichkeiten und Gelegenheiten, zu kommunizieren – wenn ich etwas zu sagen habe.
Oder eben nicht.

Martina Kampshoff
Meuter und Team GmbH, Kreation

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